
Worum geht es beim Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche?...
Ist eine solche Frage überhaupt statthaft in Anbetracht der von der Iserlohner Traditionsgemeinschaft
gesammelten und großzügig zur Verfügung gestellten Millionen, in Aussicht der Wiedergewinnung
der historischen Sichtachsen-Stadt-Silhouette, in Erwartung eines neuen Gotteshauses und in der Hoffnung, dass
die Klänge des Glockenspiels endlich wieder von der richtigen Höhe aus - hoch über den Köpfen
der Bevölkerung - zu hören sein werden?
Da sich ja jeder gesellschaftliche Umbruch auch im Abriß und im Neuschaffen der gebauten Umwelt symbolträchtig
widerspiegelt, der neue Souverän sich damit möglichst auf längere Zeit manifestieren möchte,
sei es in einer Demokratie schon mal erlaubt, nachzufragen oder zumindest doch... zu hinterfragen, was da historisch
überlebt und was da Neues zu erwarten ist, zumal das zu erwartende Gebäde gar phallisch daherkommt...
Auch Mozart muß natürlich dabei behilflich sein, denn seine kecke Melodie zu Papagenos Arie aus der
aufklärerischen “Zauberflöte” sorgt schon seit längerem für Ver-Stimmung. Den Glocken
merkt man es auch gehörig an... und zum Marsch-Instrument bemüht, geht ihnen dann fast die Luft aus... wie so
manchem Zeitgenossen, der als kompetenter Zeitzeuge Rede und Antwort zu stehen hat!
Wir laden Sie herzlich ein zu einem Richt-Fest der besonderen Art, das den Potsdamern helfen möchte, den Geist ihrer
Stadt zu befragen.
Ein durchaus ernst gemeinter, amüsant-grotesker und hörenswerter Beitrag zum Preußen-Jubel-Jahr.
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